Zum Tod von Rudolf Ackermann

Liebe Freundinnen und Freunde im BBK.

Eine traurige Botschaft hat uns am Montag 18. Juni erreicht. Unser geschätzter Kollege Rudi Ackermann ist am frühen Morgen des selbigen Tages verstorben. Rudi wurde 1936 in Broumov BöAhmen geboren und hatte seinen Wohnsitz ab 1950 in Eichstätt-Buchenhüll. Er studierte an der Akademie für Bildende Künste in München und war bis 2020 Kunsterzieher an Gymnasien und Dozent an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seine letzte Ausstellung war erst im letzten Herbst in der Harderbastei mit dem Titel “ von anfang und ende“. In dem Katalog habe ich ein Gedicht von ihm gefunden, dass seinen künstlerischen Lebensweg sehr schön beschreibt.

blick und bild

etwas endet
etwas beginnt

das dazwischen
ist nicht in der welt
unbenannt offen
und greift
als linie fassbar
vielleicht
ihr folge ich
auf dem papier
wird sie sichtbar
drängt nach eigenleben

richtungswechsel
abbruch und ansatz
blick nicht immer achtend

will ausgreifen
in den lateralbereich
sucht gegenüber
kontrast

also fleck
linie und fleck
knüpfen knoten um knoten
einen teppich
für mein zelt

Viktor Scheck

Die letzte Ausstellung im Herbst 2025 ist nicht nur mir, sondern sicherlich noch vielen in Errinnerung. In seinen grafischen Zyklen aus den letzten 60 Jahren zeigte Rudolf einen Teil seiner beeindruckenden umfangreichen Arbeit. Das Künstlergespräch während dieser Ausstellung machte noch einmal deutlich, welche Kraft und Intensität in diesem künstlerischen Schaffen steckt. Ein Künstlerleben aus dem es vieles zu erzählen gab, auch wenn er das ein oder andere mal bemerkte „das verrate ich nicht“.
Viktor hat mir erzählt, wie schwer es ist, mit jemanden schweigend zu wandern. Mit Rudolf konnte man es, schweigend gehen, nur sehend. Auch wenn er selbst uns nichts mehr erzählen wird, das Werk von Rudolf Ackermann wird weiter sprechen, für und über ihn.
Lieber Rudolf, eine letzte gute Wanderung.

im Namen des Vorstandes
Leonore Weiss